25.06.2012

Andrea Pirlo: il cucchiaio

Bei jedem Juxkickerl wäre es frech, einen Elfmeter so zu schießen wie dies Andrea Pirlo gestern Abend zeigte:
http://www.youtube.com/watch?v=On-2eRrv7QI
Pirlo erlaubte sich den Spaß mit einem Schupfer ("cucchiaio") freilich im Viertelfinale der Fussball-Europameisterschaft, nach dem berühmten Vorbild von Antonin Panenka im EM-Finale 1976. Allein für diesen genialen Moment haben die Italiener den Europameistertitel verdient.

Foto: dapd


22.06.2012

Pessoa Lounge

Die Pessoa Lounge in der Favoritenstrasse zählt zu den angenehmsten Lokalen der Stadt. Und sie ist ohne Zweifel der beste Ort in Wien, um Spiele der portugiesischen Nationalmannschaft zu verfolgen. Weder im Lokal noch im Garten - im stimmungsvollen Innenhof des Barockpalais Erzherzog Carl-Ludwig gelegen - ist beim heutigen Viertelfinale Portugal gegen Tschechien ein Platz frei geblieben. Deutlich mehr als 100 zufriedene Fans sangen nach dem Schlusspfiff Cristiano-Ronaldo-Chöre. Die portugiesische Mannschaft steht als erste im Semifinale des Turniers.

 

18.06.2012

Koreny/Eckert/Obonya: Ein Abend für Hermann Leopoldi

Hermann Leopoldi, 1888-1951, in Meidling geborener Komponist, Kabarettist und Sänger, war einer der großen österreichischen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein unzweifelhaftes Genie verschaffte ihm früh große Popularität - die ihn vor der Deportation ins KZ durch die Nazis nicht retten konnte. Von seiner Frau freigekauft, emigrierte Leopoldi in die USA, wo er ebenfalls sofort zum Star avancierte. Als einen der wenigen Künstler lud ihn das Nachkriegsösterreich zur Rückkehr nach Wien ein. 

Hermann Leopoldi hinterließ Melodien, die unsterblich sind: In einem kleinen Café in Hernals, I´ bin a stiller Zecher, Schnucki, ach Schnucki und Schön ist so ein Ringelspiel sind nur einige Beispiele. Dem Fussballstar Josef Uridil setzte Leopoldi mit dem Gassenhauer Heute spielt der Uridil ein Denkmal. Die Texte von Leopoldis Werken haben einen hohen Wiedererkennungswert; selten kommt die deutsche Sprache in Liedern so verspielt und weich daher. Mit Die Novaks aus Prag hat Leopoldi das Unglück der jüdischen Emigranten, die vor dem Nazi-Horror flüchteten, zärtlich musikalisch beschrieben.

Und doch läuft Hermann Leopoldi Gefahr langsam in Vergessenheit zu geraten. Bela Koreny, Andrea Eckert und Cornelius Obonya haben dem nun mit einem grandiosen Programm entgegengewirkt, dem viele Aufführungen zu wünschen sind!

Foto: www.wien.gv.at



11.06.2012

Zeitzeugengespräch mit Gert Hoffmann


Gert Hoffmann, geb. 1917, war bereits in den 1930er-Jahren politisch aktiv und im Widerstand gegen den Austrofaschismus. Ab 1933 wurde er mehrmals verhaftet, im Februar 1938 amnestiert. Am Vorabend des Einmarsches der Nationalsozialisten in Wien war er unter denen, die zum Widerstand gegen die Besetzung aufriefen. 1938 emigrierte er in die damalige Tschechoslowakei und von dort nach Spanien, um mit den Internationalen Brigaden am Kampf für die Spanische Republik teilzunehmen. 1939, nach der Niederlage in Spanien, verbrachte Gert Hoffmann mehrere Jahre in französischen Internierungslagern, arbeitete im inzwischen von der Wehrmacht besetzten Frankreich bis 1943 als Landarbeiter und Holzfäller und kämpfte bis Kriegsende im französischen Widerstand.

Gert Hoffmann wurde nach der Befreiung in die US Army aufgenommen und war unter den ersten Befreiern, die Deutschland betraten. Er kehrte nach Kriegsende nach Österreich zurück. In den 1970er Jahren gründete er ein kleines Gewerbeunternehmen, engagierte sich gleichzeitig in Kuba und Nicaragua als Entwicklungshelfer.

Gert Hoffmann hat seine bewegte Lebensgeschichte aufgeschrieben. Das Buch „Barcelona, Gurs, Managua - Auf holprigen Strassen durch das 20. Jahrhundert“ ist ein faszinierendes Zeitdokument.

Am 14. Juni 2012, um 11 Uhr, kommt Gert Hoffmann zu einem Zeitzeugengespräch an die Wiener Handelsakademie ibc in der Hetzendorfer Strasse 66-68. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit von ibc und Bezirksgericht Meidling statt.

04.06.2012

Zugang zum Recht: Podiumsdiskussion am Bezirksgericht Meidling

Die Zeitschrift juridikum hat eine Monopolstellung unter den juristischen Zeitschriften Österreichs: als einzige setzt sie sich schwerpunktmäßig mit grundlegenden rechts- und gesellschaftspolitischen Fragestellungen auseinander. Die aktuelle Ausgabe beschäftigt sich mit dem Zugang zum Recht - einem Schlüsselkriterium für jedes Rechtssystem. Das Heft wird im Rahmen einer Podiumsdiskussion am kommenden Montag am Bezirksgericht Meidling vorgestellt.
 
Montag, 11. Juni 2012, 18:30 Uhr 
 
Bezirksgericht Meidling, Schönbrunner Straße 222-228

1120 Wien, U4 Meidling Hauptstraße


Zugang zum Recht
 

Mira Kadric | Universität Wien
Dolmetschen als staatliche Fürsorgepflicht

Monika Niedermayr | Universität Innsbruck
Zugang zum Recht im frühen 19. Jahrhundert

Arno Pilgram | Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie
Rechtsfürsorge - juristische und soziologische Perspektivendifferenzen

Joachim Stern | Zeitschrift juridikum
Verfahrenshilfe - grundrechtlicher Mindeststandard der Verwaltungsgerichtsbarkeit

Oliver Scheiber | Vorsteher des BG Meidling
Moderation

Anmeldung erbeten: vorstand.meidling@justiz.gv.at