30.01.2013

Ceija Stojka (1933 - 2013)

Prof. Ceija Stojka ist am 28.01.2013 im Alter von 79 Jahren gestorben. Sie wurde 1933 als Kind fahrender Lowara in einem steirischen Dorfgasthof geboren. Als Kind wurde sie mit ihrer Familie von den Nationalsozialisten verschleppt. Sie überlebte die Konzentrationslager Auschwitz, Bergen-Belsen und Ravensbrück. In den 1980er Jahren war sie die erste Romni, die ihre Erlebnisse aus der NS-Zeit aufschrieb und veröffentlichte. Sie leistete damit einen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung des bis dahin größtenteils verschwiegenen Völkermordes an den österreichischen Roma und Sinti. Die Erlebnisse dieser Zeit verarbeitete die autodidaktische Malerin auch in ihren Bildern. Bis kurz vor ihrem Tod engagierte sich Ceija Stojka für die Aufarbeitung des Völkermordes und gegen die Diskriminierung der Roma heute. In hunderten Workshops führte sie Gespräche mit SchülerInnen und erzählte ihnen von ihren Erlebnissen während der NS-Zeit, aber auch vom Leben und der Kultur der Lowara vor und nach dem Krieg. Für ihre künstlerische und politische Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, 2009 wurde ihr der Berufstitel Professorin verliehen.

Text und Foto: Romano-Centro Wien


25.01.2013

Filipa Cardoso im Cinema Paradiso

Giuseppe Tornatore hat mit seinem Cinema Paradiso im Jahr 1988 einen einprägsamen Film gedreht. Das Meisterwerk an Nostalgie und Melancholie gewann einen Oscar, Hauptdarsteller Philippe Noiret den Europäischen Filmpreis. 
 
Die Benennung eines Kinos nach diesem Film ist ein mutig-freches Unterfangen. Den Betreibern des St. Pöltner Cinema Paradiso ist dieser Versuch gelungen. Das 2002 eröffnete Programmkino erhielt bereits 2006 als bestes Kino Europas den Europa Cinemas Award. Das Cinema Paradiso wurde dabei unter 479 Kinos aus 264 Städten und 29 europäischen Ländern ausgewählt. 

Als magischer Ort präsentierte sich das Cinema Paradiso zuletzt vorgestern Mittwoch: mit einem Konzert der erstaunlichen Fado-Sängerin Filipa Cardoso. Das Unternehmen von Kinogeschäftsführer Alexander Syllaba und Agenturchef Dietmar Haslinger, Filipa Cardoso zu einem Fado-Abend nach St. Pölten zu holen, ist gleichermaßen gewagt wie verdienstvoll: gehört Cardoso doch zu den Stars der Szene Lissabons und ist bereits in der New Yorker Carnegie Hall aufgetreten. Stimme und Bühnenpräsenz der Künstlerin, die den Fado ungewohnt lebenslustig und kraftvoll präsentiert, sowie drei kongeniale Musiker an Gitarren und Bass begeisterten das Publikum.  

Quelle: http://carinaisabella.wordpress.com/

Gläserner Staat statt gläsernem Bürger: Initiative für ein Transparenzgesetz

Der ehemalige profil-Journalist Josef Barth und der Anti-Korruptionsexperte Hubert Sickinger haben eine Initiative für ein österreichisches Transparenzgesetz gestartet. Tatsächlich ist das starke Gewicht des Amtsgeheimnisses in der österreichischen Verwaltung überholt und schadenbringend. Moderne Verwaltungen brauchen den Paradigmenwechsel: Transparenz sollte so bald wie möglich das Amtsgeheimnis ersetzen. Viele Staaten leben es vor. In der aktuellen politischen Situation besonders wichtig: Transparenz bedeutet effektive Vorbeugung gegen Korruption. Zu der neuen Initiative gibt es eine Seite im Netz: http://www.transparenzgesetz.at/ .